Forschung: Erbgut-Pionier Craig Venter gestorben
Handelsblatt Technik
30 avr. 2026, 09:29
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New York. Sein Leben lang kämpfte Craig Venter gegen das Altern. Nach seiner wohl größten Errungenschaft, der Entschlüsselung des menschlichen Erbguts, veröffentlichte der US-Wissenschaftler mit seinem eigenen Genom die erste genetische Blaupause eines einzelnen Menschen. Angesichts der daraus hervorgehenden Risikofaktoren – darunter eine erhöhte Herzinfarkt-Gefährdung – nahm Venter anschließend vorbeugend entsprechende Medikamente ein. „Die Kenntnis von unseren genetischen Risiken bedeutet Macht – die Macht, ihnen entgegenzusteuern“, sagte Venter einmal der Deutschen Presse-Agentur. Später gründete er eine eigene Firma mit dem Ziel, die „gesunde Lebenszeit“ der Menschen zu verlängern. Letztlich konnte aber auch der Pionier der Erbgut-Forschung die Naturgesetze nicht völlig außer Kraft setzen. Am Mittwoch (Ortszeit) starb Venter im Alter von 79 Jahren in einem Krankenhaus in San Diego, wie das von ihm gegründete J. Craig Venter Institut (JCVI) mitteilte. Bei der Therapie gegen eine kürzlich diagnostizierte Krebserkrankung seien unerwartete Nebenwirkungen aufgetreten. Der am 14. Oktober 1946 in Salt Lake City als Sohn eines deutschstämmigen Buchhalters geborene Forscher war immer so schillernd wie umstritten. Die Schule nahm er eigenen Berichten zufolge nicht wirklich ernst, sondern ging lieber surfen. Später wurde er eingezogen und arbeitete während des Vietnam-Kriegs als Sanitäter im Krankenhaus der US-Marine.