Silicon Valley: Wie Selbstoptimierung zum Multi-Milliarden-Geschäft wird

Handelsblatt Technik
28 mai 2026, 20:03

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Was früher ein obskures Hobby für Milliardäre war, ist inzwischen im Mainstream angekommen: die maximale Optimierung der eigenen Gesundheit. Neben KI und Raumfahrt gilt Longevity als Hypethema der Stunde – und hat sich längst zum Milliardenmarkt entwickelt. Viele Substanzen der Longevity-Szene sind noch nicht ausreichend am Menschen erforscht. Doch schon jetzt kennt die Wissenschaft Wege, die ein langes Leben begünstigen. Einige sind erstaunlich simpel. Wohin führt der Rausch der Selbstoptimierung? Was wirkt, wer kassiert, und wer bleibt auf der Strecke? Das Handelsblatt hat sich auf Spurensuche begeben. Las Vegas, München, Düsseldorf. Ja, wo bleibt er denn? So langsam wird das Publikum ungeduldig. Es ist neun Uhr abends in Las Vegas, die „Enhanced Games“ laufen seit sechs Stunden – und immer noch kein Weltrekord. Weder im Gewichtheben noch im Schwimmen noch im Hundert-Meter-Sprint. Fred Kerley aus den USA kommt hier auf 9,97 Sekunden, immer noch 0,39 Sekunden langsamer als der Weltrekord. Ähnlich die Ergebnisse in den anderen Disziplinen. So haben sich die Veranstalter das nicht vorgestellt. Die Games sind das erste Sportevent, bei dem die teilnehmenden 42 Athleten dopen dürfen – Steroide, Wachstumshormone, Amphetamin, fast alles ist erlaubt. „Da muss doch ein Rekord drin sein!“, rufen mehrere Gäste auf der VIP-Tribüne sichtlich enttäuscht. Die Enhanced Games sind das wohl umstrittenste Sportereignis der Welt. Ärzte warnen vor „Menschenversuchen“ und falschen Vorbildern für Kinder. Das Internationale Olympische Komitee spricht von „einem Verrat an allem, wofür wir stehen“. Die amerikanische Antidopingagentur beklagt eine „gefährliche Clownshow, die Profit über Prinzipien stellt“. Und mehrere Weltsportverbände drohen teilnehmenden Athleten gleich mit einer langjährigen Sperre bei regulären Wettkämpfen.