Samsung droht ein langer Streik – mit Folgen für die globale Chiplieferkette
Handelsblatt Technik
20 mai 2026, 03:03
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Tokio. Der südkoreanische Technologiekonzern Samsung Electronics hat mit der Gewerkschaft im Tarifstreit eine vorläufige Einigung erzielt und damit einen drohenden Streik vorerst abgewendet. Die Gewerkschaft teilte am Mittwoch mit, sie habe beschlossen, einen angedrohten Generalstreik auszusetzen und die Vereinbarung den Mitgliedern zur Abstimmung vorzulegen. Die Abstimmung soll in den kommenden Tagen stattfinden, wie es auf der Internetseite der Gewerkschaft hieß. Die Drohkulisse war enorm: Der Ausstand hätte 48.000 Mitarbeiter betroffen und einen potenziellen Schaden von bis zu 17,6 Milliarden Euro verursacht. Samsung stand nach den Rekordgewinnen seiner Speicherchipsparte vor einem der folgenreichsten Arbeitskämpfe seiner Unternehmensgeschichte. Die Lage an den ohnehin angespannten globalen Märkten für Speicherchips könnte sich dadurch weiter zuspitzen. Am Mittwoch war ein erster Mediationsversuch der Regierung noch gescheitert: Nach zweieinhalb Tagen intensiver Verhandlungen lehnte das Samsung-Management einen Kompromissvorschlag der Unterhändler ab. Mehr als 400.000 Euro an zusätzlichen Zahlungen standen für jeden Mitarbeiter der Speicherchipsparte im Raum – deutlich weniger für die Belegschaften anderer Konzernsegmente.