Siltronic: „Wir sind der einzige westliche Hersteller“
Handelsblatt Technik
4 mai 2026, 09:21
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München. Der Start ins Jahr misslang. Waferhersteller Siltronic ist in die Verlustzone gerutscht, obwohl sich der Münchener Konzern langfristig für wettbewerbsfähig hält. Vorstandschef Michael Heckmeier betont gegenüber dem Handelsblatt einen großen Vorteil seines Unternehmens: „Wir sind der einzige westliche Hersteller.“ Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen werde das immer wichtiger. Zudem erwarten Experten künftig einen hohen Anstieg der Nachfrage nach Wafern durch den Boom der Künstlichen Intelligenz (KI). An der Börse gehört Siltronic seit Monaten zu den Gewinnern. Wafer sind dünne Scheiben aus Silizium, auf denen viele Computerchips gleichzeitig hergestellt werden. Die beiden führenden Anbieter sind Shin-Etsu und Sumco aus Japan – ein stark erdbebengefährdetes Land. Die Nummer drei, Globalwafers, ist taiwanisch. Doch China betrachtet die Insel als Teil des eigenen Staatsgebiets und droht sogar mit militärischer Übernahme. Bislang kauften Wafer-Kunden meist einfach dort ein, wo sie die besten Produkte zum niedrigsten Preis erhielten. „Die Regionalisierung der Lieferketten beginnt gerade erst“, sagt Heckmeier. Ein weiterer Aspekt beeinflusst demnach schon ein wenig die Kaufentscheidung. Bereits heute achten Kunden auch darauf, woher die Produkte stammen, beschreibt der Siltronic-Chef die Entwicklung. Das bayerische Unternehmen produziert in Freiberg (Sachsen), in Singapur sowie an der amerikanischen Westküste.