Spekulatives Design: Wie könnte sich die Zukunft anfühlen?
Handelsblatt Technik
5 mai 2026, 09:30
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Düsseldorf. Die kürzlich vorgestellte „Reformagenda“ der Ökonomen Markus Brunnermeier und Stefan Kolev hat viel Widerhall gefunden. Mir fiel in dem Text meines Kollegen Julian Olk dazu ein Zitat auf. Kern der Reformideen sei eine „Um-Industrialisierung“ der deutschen Wirtschaft: „Die bisherigen Fähigkeiten in der industriellen Struktur [müssten] auf KI, Biotechnologie, Quantencomputing, neuartige Werkstoffe und vor allem auf noch nicht existierende Geschäftsmodelle umgeschwenkt werden können.“ „Noch nicht existierende Geschäftsmodelle“: Das klingt nach Entwicklung, Innovation, Aufbruch. Daran scheint es unserem Land derzeit zu mangeln. Wie also lässt sich Neues überhaupt erst einmal in Gedanken fassen? Mehr noch: Wie können wir uns Situationen mental und praktisch nähern, die uns erst noch bevorstehen? Wie lässt sich Zukunft gestalten, von der wir nur eine vage Ahnung haben? Wie können wir als Gesellschaft in eine Debatte über alternative Zukunftsszenarien einsteigen? Systematisch über die Zukunft spekulieren Falls auch Sie solche Fragen umtreiben, inspiriert Sie womöglich das folgende Interview mit dem Wissenschaftler Martin Müller. Der an der Universität Basel lehrende Forscher hat vor zwei Jahren mit seiner Berliner Kollegin Léa Perraudin eine Ausstellung zu materiellen und ökologischen Zukunftsfragen kuratiert.