103. Sitzung vom 16.10.2026, TOP 35: Weltbiodiversitätskonferenz
16 Oktober 2026
Inhaltsverzeichnis aktualisiert am 30. Okt. 2026
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Plenarsitzung German Bundestag
00:00 - 00:42
Redner 3
Ich rufe auf den Tagesordnungspunkt 35. Beratung des Antrags der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen mit dem Titel "Bei der Weltbiodiversitätskonferenz in Jerewan ein starkes Signal zum Schutz unserer Lebensgrundlagen setzen". Für die Aussprache sind 30 Minuten vorgesehen und es eröffnet die Debatte für Bündnis 90/Die Grünen Harald Ebner.
00:42 - 02:46
Redner 1
Sehr geehrter Herr Präsident, werte Kolleginnen und Kollegen, kürzlich hat Bundeskanzler Merz der jungen Generation ein Wohlstandsversprechen gegeben. Ich bezweifle, ob ihm bewusst war, dass er dieses Versprechen nur mit intakter Natur und biologischer Vielfalt auch einlösen kann. Denn über die Hälfte der gesamten weltweiten Wirtschaftsleistung hängt direkt von Ökosystemleistungen ab, meine Damen und Herren. Aber diese Regierung bekämpft alles, was nach Naturschutz riecht und gefährdet damit die Lebensgrundlagen gerade auch junger Menschen. Der unvergleichliche Schatz der Natur, entstanden in 3,8 Milliarden Jahren, der liefert uns Rohstoffe, ob für Bauwirtschaft, Wasser, Ernährung, Medizin und Lebensqualität.
Schokolade, Kaffee, Tee, ohne intakte Ökosysteme gibt's das alles nicht. Unsere Weltwirtschaft verliert jährlich aufgrund der immer weiter geschwächten Natur rund 500 Milliarden Euro. Das heißt, unsere Natur braucht deshalb Hilfe weltweit und zwar jetzt. Doch genau und in den nächsten beiden Wochen trifft sich die Welt zur Weltbiodiversitätskonferenz in Eriwan, um Bilanz zu ziehen, was seit Montreal 2022 erreicht wurde. Zum ersten Mal wurden dort neben messbaren Zielen eben auch ein Monitoring vereinbart und das schließlich ist Voraussetzung, um Zielerreichung überhaupt überprüfen zu können.
Mag ja nicht jeder überprüft werden. Die ernüchternde Nachricht ist: Keines dieser Ziele kann bis 2030 erreicht werden, auch und gerade in Deutschland nicht. Und das ist nicht gut. Hier reißt die Bundesregierung zentrale Säulen des Naturschutzes eine nach der anderen ein und riskiert damit Deutschlands bisherige hohe internationale Glaubwürdigkeit. Wer international reüssieren will, der muss eben auch vor der eigenen Haustüre kehren.
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